
Die Ursprünge des Bürgermeisterpakts
Der neue EU-Bürgermeisterpakt für Klima und Energie vereint Tausende von Kommunen, die sich freiwillig zur Umsetzung der EU-Klima- und Energieziele verpflichtet haben. Der Pakt wurde 2008 in Europa mit dem Ziel ins Leben gerufen, Kommunen zusammenzubringen, die sich freiwillig für die Erreichung und Übererfüllung der EU-Klima- und Energieziele einsetzen. Die Initiative führte nicht nur erstmals einen partizipativen Ansatz für Klima- und Energiefragen ein, sondern übertraf auch schnell die Erwartungen. Mittlerweile gehören dem Pakt über 7.000 lokale und regionale Gebietskörperschaften in 57 Ländern an. Dabei profitiert er von der Stärke einer globalen Bewegung mit vielen Beteiligten sowie der technischen und methodischen Unterstützung spezialisierter Büros.
Die Vision der Unterzeichner
Die Unterzeichnerstaaten teilen eine Vision für das Jahr 2050: die Dekarbonisierung ihrer Gebiete zu beschleunigen, ihre Fähigkeit zur Anpassung an die unvermeidlichen Auswirkungen des Klimawandels zu stärken und ihren Bürgern den Zugang zu sicherer, nachhaltiger und bezahlbarer Energie zu ermöglichen.
Die Verpflichtungen der Unterzeichnerstaaten
Die Unterzeichnerstädte verpflichten sich, die Umsetzung des EU-Ziels einer 40-prozentigen Reduzierung der Treibhausgasemissionen bis 2030 zu unterstützen und einen gemeinsamen Ansatz für Klimaschutz und Klimaanpassung zu entwickeln. Um ihr politisches Engagement in konkrete Maßnahmen und Projekte umzusetzen, verpflichten sich die Unterzeichnerstaaten, innerhalb von zwei Jahren nach Beschluss des Gemeinderats einen Aktionsplan für nachhaltige Energie und Klimaschutz (SECAP) vorzulegen, der die wichtigsten geplanten Maßnahmen darlegt. Der Plan umfasst eine Emissionsbilanz zur Überwachung der Klimaschutzmaßnahmen sowie eine Analyse der Klimaanfälligkeit und der Klimarisiken. Die Anpassungsstrategie kann Teil des SECAP sein oder in einem separaten Planungsdokument entwickelt und integriert werden. Dieses ambitionierte politische Engagement markiert den Beginn eines langfristigen Prozesses, in dem sich die Städte verpflichten, jährlich über die Fortschritte ihrer Pläne zu berichten.
Der Bürgermeisterpakt Barcellona Pozzo di Gotto
Mit Beschluss Nr. 1 des Gemeinderats vom 10.01.2019 hat die Gemeinde Barcellona Pozzo di Gotto Sizilien hat sich der neuen Initiative der Europäischen Kommission, dem Konvent der Bürgermeister für Energie und Klima, angeschlossen und sich verpflichtet, in seinem Gemeindegebiet Maßnahmen und Initiativen zu ergreifen, um das Ziel einer Reduzierung der CO₂-Emissionen um 40 % bis 2030 gegenüber dem Basisjahr 2011 zu erreichen. Mit Erlass vom 26. Oktober 2018 genehmigte die sizilianische Region – Abteilung für Energie und öffentliche Versorgung – Energieabteilung, vertreten durch den Generaldirektor, das „Programm zur Verteilung von Ressourcen an die Gemeinden Siziliens zur Erstellung des Aktionsplans für nachhaltige Energie und Klima“ (PAESC), um die Energie- und Umweltnachhaltigkeit der sizilianischen Gemeinden durch den „Konvent der Bürgermeister“ (Konvent der Bürgermeister – PAC Neue regionale Initiativen) zu fördern.
Die im Rahmen der regionalen Ausschreibung vorgesehenen Aktivitäten sind folgende:
- Aktivitäten des Energiemanagers;
- Charakterisierung des Stromverbrauchs an kommunalen Standorten, Vorprüfungen und Diversifizierungsperspektiven, insbesondere im Hinblick auf die Möglichkeit der Verbrauchsreduzierung durch den Einsatz erneuerbarer Energiequellen;
- Vorbereitung der Aktualisierung des CO2-Emissionsinventars und Erstellung des Dokuments zur Bewertung der Klimawandelrisiken und -anfälligkeit;
- Ausarbeitung des Aktionsplans für nachhaltige Energie und Klimaschutz;
- Aktualisierung der Überwachungsdaten für mindestens zwei Jahre;
- Mitarbeiterschulungen zu Energieeffizienz und Klimathemen;
- Sensibilisierung der Öffentlichkeit für den Energie- und Umweltplanungsprozess.
Koordinierung der PAESC-Maßnahmen mit den Interessengruppen
Die Stadtverwaltung plant, im Rahmen des Aktionsplans für nachhaltige Energie und Klimaschutz einen Konsultationsprozess mit Interessengruppen (Verbänden, Wirtschaftsverbänden und Bürgern) durchzuführen. Die Aktionspläne wurden daher auf einer eigens dafür eingerichteten digitalen Plattform veröffentlicht. So können alle Bürger die Maßnahmen des Plans einsehen, ihre Meinung dazu äußern (durch Abstimmungen und Kommentare) und ein Formular ausfüllen, um eigene Aktionsvorschläge einzubringen.